Agatha feiert Konfirmation in Dresden
Nur Hannah ist dagegen. Wir sollen nicht hinfahren. Da hab ich Geburtstag! Nein, eine Woche später hast du Geburtstag, also macht es nichts. Trotzdem, wir sollen da nicht hinfahren!
Wir fahren hin, im April. Zuletzt war ich in Kleinzschachwitz im August 2002, als das Hochwasser gewütet hat. Urlaub abgebrochen, Notstromaggregat aufgetrieben, eine Woche vor Ort, ein wenig Struktur schaffen im Chaos. Schon zweieinhalb Jahre her - es wird also Zeit, wieder aufzukreuzen.
Agatha und ihre Schwestern, interessante Menschen, beweisen übrigens, dass nicht stimmt, was Modeste über ostdeutsche Mädchen schreibt. Soviel Einfluß hatten Stasi und SED dann doch nicht, nicht überall. Dass diese jungen Menschen allerdings mit “DDR” kaum mehr etwas verbinden, schockiert mich immer wieder.

Donnerstag, 6. Januar 2005 16:04
Da bin ich wohl falsch verstanden worden. Es geht nicht um die Abwesenheit “interessanter Menschen”. Sondern um das Aussterben der höheren Tochter, jenes ballettanzenden, etwas zimperlichen und sodann germanistikstudierenden Wesens, welches selten interessant zu sein pflegt.
Wie aus meinem Posting ersichtlich, kann ich aus erster Hand ohnedies nichts über ostdeutsche Mädchen sagen - ich kenne keine. Und was der jugendliche Vetter eines guten Freundes von sich gibt, ist sicher nicht zuletzt in hohem Grade…achtzehnjährig.
Montag, 7. November 2005 16:17
Statt Ballet eher Modern (mit viel brasilianischer Musik) und statt Germanistik Informatik oder Psychologie, okay, da bin ich ungenau. Wollte auch nicht Autorin und den jugendlichen Besucher gleichsetzen.
Die Abwesenheit von Menschen überhaupt und interessanten - soweit man das definieren will - im besonderen, ist ein Problem an vielen “Plätzen” im Osten.