Mittwoch, 7. Dezember 2005 0:46
Ab und zu wirst du gefragt, ob du für das Sinfonieorchester mit Kammermusik auftreten würdest, zwecks Werbung. Du nimmst den Kalender, checkst die Dienstpläne und sagst “ja”. Dabei rechnest du mit dem Schlimmsten: kalte Räume oder Open Air bei Regen, lärmende Besucher und schlechte Akustik. Glühwein und die Folgen.

Schloß Lüntenbeck, Weihnachtsmarkt: Bernd Kuschmann liest vor.
Diesmal kam alles anders. Es wurde richtig gut. Ein schöner Saal, angenehme Akustik, aufmerksame Zuhörer. Vielen Dank an die “Fair Group” für die gute Betreuung vor Ort.
Nebenbei haben wir noch das Lüntenbeck-Quartett aus der Taufe gehoben (Flöte, Violine, Viola und Violoncello). Mit einer Flötistin, der wir in Wuppertal noch sehr nachtrauern werden.
Und Thomas Braus konnte ich zum drittenmal in vier Tagen erleben. Aber bitte der Reihenfolge nach.
Braus-Tage I: Kaum war Peter fort, da kam aus dem Walde der große, graue Wolf.


Die Kinderaugen leuchteten. Ja, das klang gefährlich. Und dann die Musik dazu. Dabei ist “Peter und der Wolf” eines der besten Stücke über sanfte Strategien. Man sollte es George Bush und Condi jeden Tag vorführen.

Die Katze spielt sich ein.
Realisiert vom Sinfonieorchester Wuppertal mit Thomas Braus als Sprecher. Er ist einer der besten Schauspieler, die ich kenne, und ich freue mich immer, wenn wir mit ihm arbeiten.
Nach dem Konzert:


Auch diesmal ein voller Erfolg, der Mendelssohn-Saal der Historischen Stadthalle zweimal rappelvoll mit Grundschülern. Für meinen Geschmack hätte man es problemlos noch an einem weiteren Tag anbieten können. Warum wir es nicht getan haben, weiß nur das Orchesterbüro. (Mittwoch, 30.11.2005. Kontakt für Schulen: 0202 - 563-2614)

Braus-Tage II: Partikelgestöber.
Mittwochabend, 30.11. Citykirche Elberfeld. Seit sieben oder acht Jahren habe ich das Ensemble sonorfeo nicht mehr gehört. Ich war gespannt. Was dann kam, übertraf alle Erwartungen. Celan, in idealer Weise von Thomas Braus vorgetragen, dazu streng durchorganisierte und doch freie Musik von Ulrike Nahmmacher, Bettina Hagedorn und Matthias Nahmmacher. Eindringlich. Überzeugend. Phantasievoll.
Braus-Tage III: Kontrabass
Quasi als Zugabe: Thomas Braus mit dem “Kontrabass” in der Inszenierung von Johannes Weigand. Preview beim Lüntenbecker Weihnachtsmarkt, zwischen zwei Mozart-Flötenquartetten. Sehr gut. Die Premiere ist im Januar. Empfehlenswert.