6 Stunden in der www.stadthalle.de
Schon schlau, sich gleich diese Domain zu schnappen: stadthalle.de. Eine Nummer kleiner wäre auch gegangen, oder? Aber dann hätte es ein längerer Namen für dieses Wunderhaus sein müssen:

Jedenfalls habe ich heute 2 mal 3 Stunden darin verbracht. Morgens eine Uraufführung von Lutz-Werner Hesse. Über seine “Variationen ohne Thema“ für großes Orchester op. 45 (2005) sagt er:
Die Bezeichnung ‘Variationen ohne Thema’ scheint paradox, gehört es doch zum Wesen dieser Gattung, dass ein am Anfang exponiertes Thema (meist das eines anderen Komponisten) im Verlaufe eines Werkes beständig verändert und verfremdet wird. In diesem Werk wird der umgekehrte Weg beschritten. Es gibt ein Thema, doch erscheint dieses am Ende gewissermaßen als Ergebnis eines Entwicklungsprozesses. Das Thema für diese Komposition stammt von Anthoine Boësset (1587-1643), einem der wichtigsten Komponisten der Musik am französischen Königshof, speziell der Gattung „Air de cour“.
Wie Andreas Heimann dieses Thema dann am Schluß des Stückes spielte, war dann auch wirklich interessant. Bravo.
Danach “Heldenleben” in einer nicht nur lauten, sondern auch feinfühligen Version, vom Chef sehr gut dirigiert und von Nikolai Mintchev gekonnt gemeistert.
Am Spätnachmittag zuhören. Orchesterkonzert von Musikhochschule + Musikschule. Ein langes und riesig besetztes Stück von Matthias Maute, natürlich mit vielen Blockflöten, und Mozart. Trine Lund sang Exultate, Jubilate dass ich dachte: die kanns schaffen. Stefan Klieme warf KV 543 (Es-Dur) hinterher. Alles in allem sehr erfreulich.

Donnerstag, 26. Januar 2006 23:44
[...] Während des Heldenlebens dachte ich, wenn er, Toshiyuki Kamioka, demnächst, das heißt ich hoffe nicht so schnell, nebenbei muß ich auch mal noch in die Noten gucken, schön, wenn der “Flow” da ist, aber wenn ich nicht aufpasse, ist er gleich wieder weg, weil was schief geht, also wenn er von so ´nem Funkorchester geholt wird, und da wirklich hingeht, verdient hätte er es, dann kauf ich mir wieder einen Fernseher. Und schau mir nachts nach dem Dienst an, wie er dirigiert. Wunderbar. [...]