Bäckerei Klinsmann
Die lag auf dem Weg zum Probenlokal des Hochschulorchesters. Damals war Klinsi schon ne ziemliche Nummer.
Anyway, während alle anderen vor der Glotze hingen, habe ich versucht, meiner Liebsten ein Eingangstor zum Garten mit Weißdorn zu bestücken. Rechts und links, es musste was sein, das gut wächst, schön blüht und sich schneiden lässt. Sträucher pflanzen ist im Juli ein Risiko, eigentlich purer Diletanntismus, egal, man weiß was man tut, hat das Frühjahr verpasst und im Herbst bestimmt keine Zeit, also nimmt man lieber vier oder fünf als zwei, und weil der Förster im Urlaub ist - er könnte mir ja welche aus seinem Wald verkaufen, lebend natürlich - und die Baumschule erstens nicht liefern kann und zweitens 60 Euro will, pro Stück, bin ich also zur Bundesbahnbrache Vohwinkel, Bäume holen.
Dort alles, was das Herz begehrt: Silberweide in jeder Größe, Birke, Eiche, Weißdorn, verschiedene Staudenarten - einfach herrlich. Irgendwann wird alles platt gemacht, es ist egal, ob man was ausgräbt oder nicht. Das Problem ist nur, dass man von dem Gratiszeugs nichts wegbekommt, ohne es zu zerstören, weil es sich so fest in den Bahnschotter oder Betonfugen krallt. Selbst schuld. Vier Exemplare könne ab morgen beweisen, dass sie auch mit reduzierter Wurzel den Pflanzschock verkraften. Für den Anfang wird es künstliche Beschattung geben.
Auf dem Rückweg dann das Drama - Verlängerung - im Radio. Knapp verloren. Aber was gutes hat es: Ich kann in Ruhe auf der Dachterrasse schlafen. Kaum Gehupe, dabei ist Cronenberg nicht arm an Italienern. Knipex und Stahlwille würden ohne nicht funktionieren, oder liege ich da falsch?
