Beiträge vom Oktober, 2008

Schlagfertige Studenten

Sonntag, 26. Oktober 2008 1:08

“Gibts da keinen besseren Fingersatz?” frag ich an einer Stelle im Lalo-Konzert, die mir nicht geheuer ist. Antwortet die Studentin: “Wieso? Der ist doch schon ganz gut!” – Alle lachen, sie, ich und J., der auf seine Stunde wartet. Und dann finden wir doch noch was besseres, ohne störenden Saitenwechsel.

(Vertretungsprofessur, ein großes Wort, und sehr spannend. Danke fürs Vertrauen.)

Thema: Musikhochschule, üben und unterrichten | Kommentare (0) | Autor:

Arpeggione-Sonate auf dem Fünfsaiter

Sonntag, 19. Oktober 2008 21:46

Schon erstaunlich, was Joachim Schiefer alles in Bewegung setzt. Sein neuester Coup ist ein fünfsaitiges Cello, sehr schön gebaut von Thorsten Theis und “eigentlich für die sechste Bach-Suite gedacht”, wie er sagt, mit dem er im Kleinen Saal der Huppertsbergfabrik das berühmte Schubert-Stück präsentierte. Gut begleitet von Tanja Tismar und anschließend von Schumanns Waldszenen und Kammermusik für Bratsche und Klavier abgerundet.

Die Location ist gut – nur die Bestuhlung lässt mich schier verzweifeln: Die Stühle sind eher Musikinstrumente als Sitzgelegenheiten. Grausame Geräuschmacher, unerträglich an leisen Stellen.

Thema: Musik, Wuppertal/Cronenberg/Burgholz | Kommentare (0) | Autor:

Kinder mit gutem Equipment motivieren

Mittwoch, 15. Oktober 2008 22:58

Schlecht, wenn die Chemie zwischen den Schülereltern und dem Geigenbauer nicht stimmt und du selbst nochmal hingehen musst, um ein besseres Leihinstrument zu ergattern. Wenn schon die Kiste selbst nicht schön klingt und sich schlecht anfühlt, wie soll der Schüler da Erfolg haben?

Hier wurden ganz andere Wege gegangen – sehr überzeugend, wie ich finde: Robert, der Geigenbauer, baut eine blaue Kindergeige.. Sehenswert.

Thema: üben und unterrichten | Kommentare (1) | Autor:

Schont die “Kleine Höhe”!

Donnerstag, 9. Oktober 2008 23:45

Ich komme gerade von Rügen, aus dem Biosphärenreservat, Seeadler (echte Seeadler!) in live, die Kids haben ihn an der “Waldhalle” von der Granitzer Kliffkante aus gesehen, ich aber nicht, weil ich Fotos von der Umgebung für einen neuen Wikipedia-Artikel machen wollte. Schade.

Und komme nach Hause und lese in den WDR-online-Nachrichten:

Wuppertal plant Gewerbepark

Die Stadt Wuppertal will auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs in Vohwinkel einen Gewerbepark errichten. Dazu hat die Stadt jetzt eine 100.000 Quatratmeter große Fläche gekauft. Sie gehörte bisher der aurelis Real Estate GmbH & Co. KG. Über den Kaufpreis wurde Stillschwiegen vereinbart. Nach Einschätzung des Oberbürgermeisters ist es eines der wichtigsten gewerblichen Entwicklungsprojekte der kommenden Jahre. Die Erschließung soll 2009 beginnen.

Ja? Na, dann könnte man ja die sehr umstrittene Zerstörung der “Kleinen Höhe” endlich fallenlassen. Schonen Sie Ihr gewachsenes und unversehrtes Umfeld, verehrte Damen und Herren Stadträte! Es gibt ein “Leben nach der Verwaltung”, ganz sicher, man muss denen nicht in allem folgen, und sie haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Eigene Ideen sind nicht verboten, auch in Wuppertal nicht.

Thema: Wuppertal/Cronenberg/Burgholz | Kommentare (0) | Autor:

Cello-Aushilfe gesucht

Sonntag, 5. Oktober 2008 2:02

A-Orchester
100%
für dreieinhalb Monate: November bis Mitte Februar
bewerben bis 18.10.
bewerben per mail ist okay (Lebenslauf als Attachment schicken)
Probespiel am 21.10. 19 Uhr in Wuppertal

wir wollen hören: Haydn D, 1. Satz mit Kadenz (muss nicht Gendron sein, warum merken das so wenige?), Haydn D 2. Satz plus 5. Beethoven (2. Satz), 2. Brahms (2. Satz), Verkaufte Braut.

Adressen und weitere Informationen hier:
http://www.sinfonieorchester-wuppertal.de/offene-stellen.php

Thema: Musikhochschule, Sinfonieorchester | Kommentare (2) | Autor:

Fast eine Nahtod-Erfahrung

Sonntag, 5. Oktober 2008 1:43

Es gibt Stücke, die ich sofort mag, wenn wir sie proben, wie jetzt Wolfgang Rihms “Gesungene Zeit”. Dann noch Benjamin Schmid als Solist zu haben, ist ein Traum.

Die große C-Dur-Sinfonie von Schubert, zuerst als schwere Matinee-Kost zum 3. Oktober in der eigenen Halle, dann in der Essener Philharmonie, wird wohl immer eine Herausforderung bleiben. Vor der Matinee frage ich mich, welches Orchester sie zuletzt, vor uns, in der Historischen Stadthalle am Johannisberg gespielt hat, und es fällt mir die Staatskapelle Dresden ein, irgendwann 1998, 1999 oder 2000 muss es gewesen sein.

Sie werden sich kaum besser gefühlt haben an dieser Stelle, ziemich am Ende des langsamen Satzes:

Du hast dich voll verausgabt, kommst von oben angeschossen und haust die Repetitionen in den Saal, die Kollegen um dich sind *laut*, dann Generalpause, und jetzt pianissimo, du hast noch zwei pizzicato-Anläufe, die “steckenbleiben”, dann spürst du, dass es still wird, alles wegbricht, es fühlt sich an wie wenn du stirbst, und da hinein musst du mit den Cellokollegen (und -kolleginnen) diese Kantilene spielen…. fast eine Nahtod-Erfahrung. Nein, Schubert, das verzeih ich dir nie.

Ich habs überlebt. Aber spannend war es schon.

Thema: Sinfonieorchester | Kommentare (0) | Autor:

Nach Amerika fliegen

Samstag, 4. Oktober 2008 23:20

….aber kein Extra-Ticket fürs Cello haben – das wollte ich nun doch nicht gut finden, wenn ich schon nach meiner Meinung gefragt werde.

Mitten im Semester für 10 Tage in die Staaten – ja. Das vor einem Jahr endlich gefundene, passende Cello in den Flugzeugbauch, bei 30 Grad unter Null – niemals. Dann lieber dort eines ausleihen und entspannt zurückkehren.

Thema: Musikhochschule, üben und unterrichten | Kommentare (1) | Autor: