Urheberrecht hin, Missachtung her - hier interessiert es mich nicht, denn ich mochte es damals sehr gerne und finde es schön, Melba und das eigene Orchester bei youtube zu finden!
Interessant: Die Orchesterbegleitung sehr zurückgenommen und Aleksander Madzar mit dem zweiten Rachmaninoff-Konzert beeindruckend. Wieder einer, bei dem ich spontan denke: toll, sehr stark, und schon beim Klavierkonzert, aber noch mehr in den Zugaben: Er holt sich die Musik, für sich, weil er sie will. Und braucht. Ein Vorbild.
Schostakowitsch 10 - ja. Lang und hart. “Phrasieren Sie nicht!”, das hat die Kollegin sogar in die Noten geschrieben. Ein guter Satz für dieses Stück. Manches im Leben lässt sich nicht harmonisieren.
Oder anders, und es wird jemand verstehen, wenn ich es schreibe: Wenn die Katze nicht ins Wasser will, muss man eben allein durch den Fluss. Drüben ist es ehrlicher und lebendiger.
Wie sagte Salvatore Sciarrino in einer Probe zu mir, als ich ihn fragte: ein langer Ton auf der C-Saite, aus dem nichts ins mezzoforte und anschließend glissando und eine Sechzehntel-Figur, und das alles auf einem Bogen? Wie er sich das vorstellt, wenn er “flautando, tasto” drüber schreibt? Er meinte: nicht schnell aufgeben, danach zu suchen!
Das 3. Kammerkonzert im Mendelssohn-Saal der Historischen Stadthalle mit Oktetten von Francaix und Schubert.
Schubert - ein Genuss. Francaix - genau so schlimm wie Haydn-D-Dur-Konzert oder Mozart KV 563? Du hast das Gefühl, du bist NIE am Ende der Kammer. Krabat beim Fegen.
Aber ansonsten wars sehr angenehm, wie fast immer in dieser Reihe ausverkauft und in vielfältiger Weise etwas sehr besonderes. Dank an die Kollegen.
Zuletzt war ich im Osten dieser Stadt im Jahr 1987 oder 88. Danach wurde es uninteressant, weil alle nach dem Westen gingen, sobald sie konnten. Damals aber mit Malern und Theologiestudenten im echten DDR-Underground, mit echter Stasi im Nacken - sehr intensiv. Und jetzt für einen Abend im Konzerthaus am Gendarmenmarkt und mit dem geliebten NC10 auf Wlan-Suche am Alexanderplatz. Schön, dass man auch als “alter Sack” noch in die Bar vom Youth Hostel kommt und mit nahen und fernen Menschen Kontakt halten kann.
Samstag, 29.08.2009, 12:00
Neue reformierte Kirche,
Sophienstraße, Elberfeld:
"30 Minuten freie Musik" mit
Christoph Irmer, Violine,
Andreas Bär, Saxophon,
und Michael Hablitzel, Cello
***
Donnerstag, 10.09.2009, 19:30,
Kirche in der City,
Kirchplatz 2, Elberfeld:
Trio von Roussel für Flöte, Viola und Violoncello
(Mitwirkung beim Konzert für das
Konzertexamen von Karsten Greth,
Musikhochschule Köln, Standort Wuppertal)